Die PZR und Parodontologie


DG PARO, Dr. med Jütte

Urkunde: Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie e.V.

Mitglied in der Deutsche
Gesellschaft für Parodontologie e.V.

https://www.dgparo.de/

Kariesprophylaxe und PZR

Eine gute Mundhygiene und Prophylaxe ist die wichtigste Voraussetzung dafür, dass Ihre Zähne bis ins hohe Alter gesund bleiben. Denn Zahnbeläge sind die Ursache für Erkrankungen wie Karies und Parodontitis. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit einer gründlichen Zahnpflege solchen Erkrankungen vorbeugen.

Karies und Parodontitis entstehen durch bakterielle Beläge im Mund. Um solche Erkrankungen gar nicht erst entstehen zu lassen, sind eine gute häusliche Mundhygiene und eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung (PZR) beim Zahnarzt wichtig. Denn auch bei sorgfältigem Zähneputzen gibt es Stellen, die Sie mit der Zahnbürste nicht erreichen.

Bei der PZR entfernen wir Zahnbeläge gründlich mit Spezialgeräten wie Ultraschall. Hartnäckige Verfärbungen entfernen wir mit Pulverstrahltechnik. Abschließend polieren wir die Zähne und schützen sie mit einem Fluoridlack.

Weitere Informationen zur professionelle Zahnreinigung zur Prophylaxe von Zahnkaries und Parodontal Erkrankungen finden Sie hier:
https://www.bzaek.de/service/positionen-statements/einzelansicht/die-professionelle-zahnreinigung-zur-prophylaxe-von-zahnkaries-und-parodontalerkrankungen.html

Professionelle Zahnreinigung als wichtiger Baustein der Karies- und Parodontitisprävention

Die professionelle Zahnreinigung (PZR) hat sich in Deutschland seit vielen Jahren als fester Bestandteil moderner Vorsorgekonzepte in der Zahnmedizin etabliert. Ziel dieser Maßnahme ist es, Erkrankungen der Zähne und des Zahnhalteapparates frühzeitig vorzubeugen. Jährlich nutzen rund 30 Millionen Menschen dieses Angebot. Ein Schwerpunkt der Behandlung liegt auf Arealen, die mit der täglichen Zahnpflege nur schwer erreicht werden, insbesondere den Zahnzwischenräumen, in denen sich Beläge häufig hartnäckig festsetzen.

Empfohlene Häufigkeit der PZR

Bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für Karies oder Parodontalerkrankungen sowie bei eingeschränkter Fähigkeit zur eigenständigen Mundhygiene kann es sinnvoll sein, eine professionelle Zahnreinigung bis zu viermal pro Jahr durchführen zu lassen. Regelmäßig durchgeführte PZR trägt nachweislich zur Reduktion von Karies und parodontalen Erkrankungen bei. Studien zeigen, dass bei Patienten mit kontinuierlicher PZR lediglich 9,3 Prozent der Zahnflächen parodontale Taschen mit einer Tiefe von mindestens 4 mm aufweisen, während dieser Anteil ohne regelmäßige Reinigung auf 14,0 Prozent ansteigt. Auch beim Auftreten von Zahnfleischbluten zeigen sich deutliche Unterschiede: Bei regelmäßiger PZR liegt der BOP-Wert bei 20,2 Prozent, im Vergleich zu 29,3 Prozent ohne kontinuierliche Prophylaxe.

DGZ, Dr. med Jütte

Dr. Jütte ist Mitglied der „Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung“ (DGZ).

Im Praxiskonzept zur Kariesprophylaxe und der PZR (professionellen Zahnreinigung) orientieren wir uns an den Richt- und Leitlinien der DGZ.

Die Zusammenfassung der Empfehlung der DGZ ist im Kasten 8 nachzulesen.

GE

GE-1

GE-1

Mindestens 2-mal täglich Zähne mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzen. Wenn nötig Zahnzwischenräume mit geeigneten Hilfsmitteln reinigen.

GE-2

GE-1

Täglich nicht mehr als 4 zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten zu sich nehmen.

GE-3

GE-1

Regelmäßig nach Mahlzeiten den Speichelfluss stimulieren, z.B. durch Kauen von zuckerfreien, polyolhaltigen Kaugummis.

GE-4

GE-1

Patienten mit erhöhtem Kariesrisiko Intensivfluoridierungsmaßnahmen sowie individuell angepasst im Rahmen eines prophylaktischen Gesamtkonzepts PZR und keimreduzierende Maßnahmen anbieten.

GE-5

PZR-Umfrage-Ergebnisse, Stand: Oktober 2022 (Akt. Januar 2023)

Übersicht der Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen

PSI – der Parodontale Screening-Index

PSI Parodontale Screening

Halitosis / Mundgeruch

Häufig gilt Halitosis, bekannt als Mundgeruch, als unangenehmes Tabuthema. Meist bemerkt der Betroffene seinen schlechten Atem selbst nicht einmal, die wenigstens trauen sich, ihn darauf anzusprechen – dabei leiden knapp 25% der Bevölkerung an dem lästigen Phänomen. Mundspülungen gelten hier zwar als kurzfristige Lösung, langfristig betrachtet stören sie jedoch die Mundflora und sind daher aus medizinischer Sicht nicht zu empfehlen. In 80% der Fälle ist die Ursache in einer zahnärztlichen Untersuchung aber leicht auszumachen und zu bekämpfen.

Ursachen von Mundgeruch und unser Vorgehen

In unserer Haltloses-Sprechstunde untersuchen wir den gesamten Mundraum von betroffenen Patienten, da sich die Ursache für Mundgeruch erfahrungsgemäß zu 80% in der Mundhöhle findet. Nur in den seltensten Fällen handelt es sich bei Halitosis um ein Symptom einer Erkrankung, aber auch in diesem Fall ist eine frühzeitige Abklärung durchaus sinnvoll. Während unserer Untersuchung inspizieren wir mit Blickkontrolle, Spiegel und Sonde Ihre Zahnoberflächen, die Dichtheit von eventuellem Zahnersatz sowie auch den Zustand von Zahnfleisch und Zunge. Mittels der PSI (Parodontale Screening Index) nehmen wir eine umfassende Bewertung Ihres Zahnfleisches vor.

Die häufigste Ursache für schlechten Atem findet sich in Form von Zungenbelägen oder Zahnfleischtaschen – beides ist leicht zu beheben. Weitere Ursachen können sich in Form von Plaques (Zahnbelägen) in den zahnzwischenräumen und allgemeiner Mundtrockenheit äußern.

In unserer Praxis wenden wir bei Mundgeruch schonende und langfristige Therapieformen an. Zu diesen zählen:

  • Zungenreinigung
  • Ultraschallbehandlung
  • Zahnglättung
  • Spülung
  • Desinfektion

Kontaktieren Sie uns für genauere Informationen oder kommen Sie in unsere Haltloses-Sprechstunde.

FAQ – häufig gestellte Fragen

Professionelle Zahnreinigung ist eine zahnmedizinische Prophylaxemaßnahme, bei der harte und weiche Beläge ober- und unterhalb des Zahnfleischrandes entfernt werden. Zusätzlich werden die Zahnoberflächen poliert und häufig fluoridiert. Ziel ist es, Karies, Gingivitis und Parodontitis vorzubeugen.

Achtung: Diese im Internet häufig genannte Erklärung ist nur teilweise richtig. Tatsächlich erklärt die Bundeszahnärztekammer die Position 1040 GOZ: Reinigung gingival und supragingival. Die Leistung, Zahnbeläge und Konkremente unterhalb des Zahnfleisches, subgingival, zu entfernen, ist nicht Bestandteil der Pos. 1040/GOZ.

Bei den meisten Erwachsenen wird eine PZR 1–2-mal jährlich empfohlen.
Bei erhöhtem Risiko, z. B. Parodontitis, Implantate, Rauchen oder Diabetes, kann eine häufigere PZR, z. B. 3–4-mal jährlich, medizinisch sinnvoll sein. Die optimale Frequenz richtet sich nach dem individuellen Erkrankungsrisiko, nicht nach einem festen Standardintervall.

Auch diese häufig im Internet zu lesende Erklärung ist nur teilweise richtig.

Tatsächlich gehören viele Patienten in die Risikogruppen. Das belegen die folgenden Zahlen:

Die DG PARO weist darauf hin, dass Parodontitis eine weit verbreitete chronische Volkskrankheit ist, wobei Studien zeigen, dass rund 35 Mio. Deutsche betroffen sind und etwa 10–14 Mio. Menschen eine schwere Form haben, was zu Zahnverlust führen kann. Die Prävalenz steigt mit dem Alter, besonders nach dem 35. Lebensjahr, und die Erkrankung verläuft häufig lange unbemerkt.

Die DGI verweist auf eine hohe und steigende Zahl von Zahnimplantaten in Deutschland, mit schätzungsweise 1,3 Mio. jährlich gesetzten Implantaten, was Implantate zur ersten Wahl bei Zahnverlust macht, aber auch mehr Risikopatienten und die Notwendigkeit professioneller Fortbildung betont, um Komplikationen wie periimplantäre Erkrankungen zu vermeiden.

Das Bundesgesundheitsministerium berichtet, dass 2023 in Deutschland ca. 20,1 % der Männer und Frauen über 18 Jahren rauchen. Die Bundeszahnärztekammer warnt, dass Rauchen die Mundgesundheit massiv schädigt: Es erhöht das Risiko für Mundkrebs, verstärkt Parodontitis, führt zu Karies, Zahnverfärbungen und schlechtem Atem, da Nikotin die Durchblutung des Zahnfleischs verschlechtert und Bakterien fördert. Raucher haben ein erhöhtes Risiko für Zahnverlust und eine schlechtere Heilung bei Eingriffen.

Die Bundesärztekammer, oft in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut und der Deutschen Diabetes-Gesellschaft, berichtet von einer steigenden Diabeteszahl in Deutschland: Rund 9–10 Mio. Menschen sind betroffen, die meisten an Typ-2-Diabetes. Jährlich steigen die Neuerkrankungen. Die Bundeszahnärztekammer betont die enge Wechselwirkung zwischen Diabetes und Zahngesundheit: Hohe Blutzuckerwerte begünstigen Entzündungen wie die Parodontitis, die bei Diabetikern ein dreifach erhöhtes Risiko darstellt und schneller fortschreitet, was zu Zahnverlust führen kann. Umgekehrt verschlechtert eine unbehandelte Parodontitis die Blutzuckereinstellung, da die Entzündung die Insulinresistenz erhöht und somit die Diabeteseinstellung erschwert. Prävention und regelmäßige zahnärztliche Kontrollen sind entscheidend.

Die Bundeszahnärztekammer, die KZBV, die DGZMK, die BEMA und die GOZ beschreiben:

Prophylaxe ist der Oberbegriff für alle vorbeugenden Maßnahmen zur Zahngesundheit. PZR ist eine konkrete Maßnahme innerhalb der Prophylaxe. Zur Prophylaxe gehören z. B. Mundhygieneberatungen, Kariesrisikobestimmung oder Fluoridierungsmaßnahmen. Die PZR ist der intensivste und wirksamste Bestandteil der professionellen Prophylaxe.

Die Bundeszahnärztekammer, die KZBV, die DGZMK, die BEMA und die GOZ beschreiben:

Die KZBV, die Krankenkassen und viele andere erklären, dass die PZR besonders empfehlenswert sei für Pat. mit Parodontitis oder Gingivitis, Träger von Implantaten, Kronen oder Brücken, Pat. mit eingeschränkter Mundhygiene, Raucher, Menschen mit systemischen Erkrankungen und Pat. mit hoher Kariesanfälligkeit.